Bairisch für Anfänger!

Wer noch nie in Bayern, Österreich oder Südtirol war und über die bayerische Landesgrenze Richtung Süden reist, wird im ersten Moment ganz schön aus der Wäsche schauen und sich etrem auf das konzentrieren müssen, was ihm erzählt wird. Egal ob Oktoberfest oder Entspannungsurlaub in den Alpen, es lohnt sich die „Bayrisch Anfänger“ Vokabeln zu lernen!

Damit man Missverständnisse bzw. lästiges Nachfragen vermeiden kann, sollte man besser vorher ein paar Vokabeln lernen. Übrigens laut einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach ist in Deutschland der Dialekt in Bayern am lebendigsten. Hier geben mit Abstand die meisten Bewohner an, einen Dialekt zu sprechen. Im Bundesdurchschnitt gaben 51 % der Befragten an, die Mundart ihrer Region sprechen zu können, in Bayern aber 72 % – bei weitem der höchste Prozentsatz!

Wie man sich begrüßt:

Die einfachste und verbreitetste Grußform ist ein kurzes und freundliches „Servus“! Ähnlich wie das italienische Ciao wird das „Servus“ sowohl zur Begrüßung, als auch zur Verabschiedung benutzt.

Ebenfalls gern gesehen ist das freundliche „Habedere“ (schriftdeutsch: Habe die Ehre). Nachfolgend weitere Formen der Begrüßung:

Grüß Gott – Griaß Gohd
Grüß Dich (Gott) – Griaß de (Gohd)
Grüße Sie (Gott) – Griaß Eahna (Gohd)
Grüß euch (Gott) – Griaß eich (Gohd)
Auf Wiedersehen – Pfia Gohd
Du Form – Pfiad de (Gohd)
Höfliche Form – Pfiad Ehrna (Ghod)

Alltagswörter:

Bitte (schön) – Bitt schee
Danke (schön) – Dank schee
nein – naa
gut – guad
schon – schoh
wieviel – wia vui
nicht – ned
Geliebte – Gspusi
Mädchen/Frau – Madl
Gesundheit – Helfdagohd (Helf dir Gott)
Hau ab – Schleich di!
Dreckhammel – Dreeghamme
Schlitzohr – Baze
ich – I
ein (Ei) – oa (Oa)
schön – schee
gewiss – gwieß
nichts – nix
Wetter – Weder
Mund – Goschn / Mei
Taschentuch – Schneizdiache
Junge/Mann – Bursch
Kumpel/Freund – Spezl
Blöde Kuh – Bläds Rindviech
Nichtsnutz – Hampera
München – Minga

Testen Sie ihr Können mit dem nachfolgenden Satz:

„Liaba krumme Finger vom Kriaglhoiddn ois wiar an Buggl vo da Arbad!“, hod da Knecht gsagt und no a Mass bstellt.

„Lieber krumme Finger vom Krughalten als einen Buckel vom Arbeiten!“, sagte der Knecht und bestellte sich noch einen Liter Bier.

Typische Wörter

Warum ist ein Wort wie Eichhörnchenschwanz typisch? Es ist tatsächlich zu mehr als 90% das erste Wort, das „Bayrisch Anfänger“ lernen. Meisten läuft das so ab: Ein Tourist besucht den Freistaat und lernt echte Bayern kennen. Irgendwann wird der Dialekt zum Gesprächsthema, man fragt den Tourist ob er denn alles verstehe. Die Antwort ist: Mal mehr, mal weniger, und fast wie aus der Pistole geschoßen fragen die Bayern, ob man sich denn vorstellen könne, was ein „Oachkatzlschwoaf“ ist.

Eichhörnchenschwanz – Oachkatzlschwoaf
Verzieh dich! – Schleich di!
Kartoffel Käse – Erdäpfelkaas
nicht Bayer – Zuagroasta bzw. Preiss

Host mi?! = Hast du jetzt endlich begriffen? (rhetorische Frage mit Nachdruck)

Hock di her da! = Setz dich ruhig zu uns

Do legst di nieda! = Donnerwetter (Ausdruck des Erstaunens)

An Guadn = Guten Appetit

Bassd scho = passt schon, in Ordnung (Vorsicht: manchmal auch „Leck mich am Allerwertesten“)

Ha? = Wie bitte? Was?

Sei ma ned bäs = Nimm es mir nicht übel, sei mir nicht böse

I moan scho aa! = Ich bin der gleichen Meinung

Ja mei = Je nach Tonlage Ausruf des Desinteresses, des Erstaunens oder der Anteilnahme

Mia wurscht! = Mir doch egal, interessiert mich nicht

Woas i ned = Weiß ich nicht

Weils gar so schön ist noch ein paar Beleidigungen für „Bayrisch Anfänger“

Grattler, Krattler = Penner

dammisch = dumm, blöd

Hosnbisla = Weichei, Warmduscher, Schlappi

Dreegshamme, gscheerter Hamme = Dreckhammel, gemeiner, hinterhältiger Mensch

Zipfeklatscher = Idiot, Trottel, Sprücheklopfer, Angeber, Armleuchter

(Mist)Brietschn, Britschn = Luder, Miststück

Wuisla = Winsler, Jammerlappen, Schlappi

Graffe, Glump = minderwertige Ware, Plunder, Gramsch

Bflunzn, Blunzn = dicke, unfreundliche Frau

Grosskopfada = Bonze, Aufschneider, Angeber

letscherd = mürrisch, weinerlich, schlapp

Noagerlzuzla = Jemand, der Getränkereste austrinkt

Schmarrn = Unsinn, leeres Geschwätz, Geschwafel

bayrisch für Anfänger Bayrisch Anfänger Bayrisch Anfaenger

Gut zu wissen:

In Österreich gibt es keine Schorle. Die Getränke werden als „gespritzte Säfte“ verkauft. Beispielsweise bestellt man statt einer Apfelschorle einen „gspritztn Apflsaft“.

[Gesamt:3    Durchschnitt: 4.7/5]